Kein fertiger Stand, sondern ein Zwischenstand: Hier wurde im September 2026 angefangen, die App auf „Kurbeler" umzubenennen — Wortmarke, Icons, brand.ts, Benachrichtigungen, das Benutzerverzeichnis. Weitergegangen ist es dann im eigenen Repo `~/Dokumente/Projekte/kurbeler`, das die vollständige Historie dieses Repos mitgenommen hat. Committet wird das hier nicht, weil es gebraucht würde, sondern damit es nicht als Haufen unversionierter Dateien im Arbeitsverzeichnis verrottet. Wer in zwei Jahren nachsieht, findet so eine Geschichte statt eines Rätsels — und das Stammtisch-Wappen, das nur hier je existiert hat. Co-Authored-By: Claude Opus 5 (1M context) <noreply@anthropic.com> Claude-Session: https://claude.ai/code/session_01LTw6xVYgjMy9AQtfs1Gdyu
13 KiB
Kurbeler — Backend (PocketBase)
PocketBase-Instanz für Events, Läufe, Fahrer, Zeiten und Teams.
Lokal starten
.env aus der Vorlage anlegen (die .env selbst steht in .gitignore):
cp .env.example .env
und die Werte eintragen — .env.example beschreibt jede Variable. Dann:
docker compose up -d --build
Admin-UI: http://127.0.0.1:8090/_/ — Login mit SUPERUSER_EMAIL/SUPERUSER_PASSWORD.
Damit das Frontend gegen diese Instanz läuft, in ../frontend/.env
PUBLIC_PB_URL=http://127.0.0.1:8090 setzen.
Schema
Das Schema liegt als versionierte Migration in pb_migrations/ und wird beim
Start automatisch angewendet. Es enthält die sechs fachlichen Collections
users, teams, events, stages, riders, times.
1754400000_init_schema.js ist ein Snapshot der produktiven Instanz. Er wurde
per GET /api/collections abgezogen und ruft importCollections mit
deleteMissing = false auf — die Migration legt an und aktualisiert, löscht
aber nichts, was nicht im Snapshot steht.
Schema-Änderungen aus dem Admin-UI holen
pb_migrations/ wird nicht in den Container gemountet — die Migrationen
kommen über COPY ins Image (siehe Dockerfile). Das ist Absicht: Ein
Bind-Mount überdeckt das Image-Verzeichnis, und auf einem Deployment-Host ohne
ausgechecktes Repo legt Docker dort ein leeres Verzeichnis an. PocketBase
findet dann keine Migration und startet mit einer Datenbank ohne Collections.
Die Kehrseite: Eine im Admin-UI erzeugte Migration liegt zunächst nur im Container und muss von Hand herausgeholt werden:
# Welche Dateien sind dazugekommen?
docker compose exec pocketbase ls /pb/pb_migrations
# Die neue Datei ins Repo kopieren und committen
docker compose cp pocketbase:/pb/pb_migrations/<datei> ./pb_migrations/
Ohne diesen Schritt ist die Änderung beim nächsten --build verloren.
Ein frisch gestarteter Container hat damit dasselbe Schema wie die produktive Instanz — aber keine Daten.
Regeln: der Login-Vorspann ist Pflicht
Jede Regel, die @request.auth.id erwähnt, beginnt mit
@request.auth.id != "" && (…). Das ist kein Stilmittel, sondern schließt ein
Loch:
Eine leere Relation ist in PocketBase gleich dem leeren @request.auth.id
einer anonymen Anfrage. team.admins.id ?= @request.auth.id ist damit für
jedes Team ohne Admins wahr — und ohne Admins ist jedes frisch angelegte
Team. Dasselbe gilt für jede optionale Relation: created_by, stewards,
rider.user.
Nachgewiesen an einer lokalen Instanz mit dem Schema aus diesem Repo: Ein
POST auf /api/collections/riders/records ohne jeden Token legte den
Fahrer an. Betroffen waren nach demselben Muster teams (update), riders,
trails, trail_versions, trail_flags, trail_markers, trail_comments,
event_series und event_participants.
1754501700_rules_require_login.js setzt den Vorspann vor jede betroffene
Regel. Er kann nichts erlauben, was vorher verboten war — er nimmt nur die
anonyme Anfrage heraus, die keine dieser Regeln je erfüllen sollte. Gelesen
werden die Regeln aus der Datenbank, eine Handänderung aus dem Admin-UI wird
also abgesichert und nicht überschrieben.
Nach dem Deploy einmal gegenprüfen — das muss scheitern:
curl -X POST https://api.stammtisch-hersbruck.de/api/collections/riders/records \
-H 'Content-Type: application/json' \
-d '{"team":"<TEAM_ID>","name":"Test"}'
Wer eine neue Regel schreibt, setzt den Vorspann mit. Sonst reißt dasselbe Loch an der nächsten Stelle wieder auf.
1754501300 scheitert auf einer frischen Datenbank
Bekannt und nicht behoben: Bei docker compose up --build mit leerem
pb_data legt der Snapshot 1754400000 die Collection riders bereits ohne
das Feld event an. 1754501300_event_participants.js sucht danach mit
findRecordsByFilter('riders', 'event != "") und bricht mit
unknown field "event" ab — PocketBase startet dann gar nicht.
Auf der produktiven Instanz tritt das nicht auf, dort gibt es das Feld noch. Angefasst wurde die Migration deshalb nicht; wer lokal von Null startet, braucht diese eine Zeile:
const existing = riders.fields.getByName('event')
? app.findRecordsByFilter('riders', 'event != ""', '', 0, 0)
: []
Hooks (pb_hooks/)
Serverseitiges JavaScript, das PocketBase beim Start lädt (--hooksDir). Wie
pb_migrations/ kommt das Verzeichnis per COPY ins Image — eine Änderung
wirkt also erst nach docker compose up -d --build.
| Datei | Zweck |
|---|---|
clock.pb.js |
Uhrenabgleich für die Zeitnahme |
team_invites.pb.js |
GET /api/team-invites/{token}, POST …/accept, POST …/join |
team_invites_lib.js |
Gemeinsame Helfer der drei Einladungs-Routen |
directory.pb.js |
GET /api/directory/users — Benutzerverzeichnis des Superadmins |
directory_lib.js |
Helfer dazu |
mail_lib.js |
Absender, Vorlagen, Versand — alles, was Mails verschickt, geht hier durch |
notifications.pb.js |
Auslöser der Benachrichtigungen und der tägliche Versand |
notifications_lib.js |
Voreinstellungen, Empfängerkreis, Warteschlange |
views/invite.html |
Vorlage der Einladungsmail |
views/digest.html |
Vorlage der Tageszusammenfassung |
Vorlagen werden mit $template.loadFiles(...).render(data) gefüllt — Go's
html/template. Die Platzhalter stehen deshalb in {{ }} und werden dabei
escaped; Trailnamen und Kommentartexte kommen aus der Datenbank und dürfen
kein Markup einschleusen.
Mails
SMTP wird im Admin-UI eingerichtet (Settings → Mail settings). Zwei
Umgebungsvariablen kommen dazu, beide in .env.example beschrieben:
| Variable | Wofür |
|---|---|
APP_URL |
Adresse des Frontends. Aus ihr entstehen die Links in Mails. |
APP_NAME |
Optional. Name in Betreff und Text; ohne sie steht dort „Kurbeler". |
APP_URL ist ausdrücklich nicht settings().meta.appURL — die zeigt auf
PocketBase selbst, und ein Einladungslink dorthin führte auf die API statt auf
die Seite, die das Konto anlegt. Sie ist auch nicht der Origin des
Aufrufers: Der steht unter dessen Kontrolle, und ein Link in einer Mail, den
ein Fremder auf seinen eigenen Server zeigen lassen kann, ist eine
Phishing-Vorlage mit unserem Absender darauf. Fehlt die Variable, verweigern
die Mail-Routen den Dienst.
Einladung statt Passwort
POST /api/team-invites/send ist der Ersatz für „Konto anlegen" im Kader.
Dort tippte die Teamleitung Adresse und Passwort ein und musste dieses
Passwort anschließend irgendwie zum Fahrer bringen — über einen Kanal, den
niemand geplant hat. Sie kannte es außerdem.
Jetzt legt die Route eine persönliche Einladung an (team_invites mit
email und rider) und verschickt sie. Das Passwort entsteht erst beim
Empfänger auf /invite/{token}. Die Adresse ist dabei gebunden: Das Feld auf
der Seite ist gesperrt, und weil ein gesperrtes Feld nur eine Bitte ist, prüft
/accept sie noch einmal.
Die allgemeinen Einladungslinks bleiben unverändert — sie gelten jedem,
der sie hat, und lassen email und rider leer.
Benachrichtigungen: eine Mail am Tag
Kein Auslöser verschickt eine Mail. Alle legen einen Eintrag in
notifications, und cronAdd('notifications_digest', '0 6 * * *', …) macht
daraus einmal täglich je Konto eine Zusammenfassung.
Das ist der ganze Punkt: Ein Trailkommentar, dem drei Antworten folgen, löste sonst vier Mails aus. Ein Verein, der sich die nicht leisten kann, schaltet nach drei Tagen alles ab.
Nebenwirkung, die zählt: Ein Fehler im Mailversand kann nie das Speichern eines Events verhindern — der Auslöser schreibt nur in eine Tabelle. Scheitert der Versand an ein Konto, bleiben dessen Einträge unversendet stehen und sind am nächsten Morgen wieder dabei.
Was ohne Einstellungen gilt, steht als DEFAULTS in notifications_lib.js
und noch einmal in frontend/src/lib/stores/notificationPrefs.svelte.ts.
Beide Listen müssen zusammenpassen — stünde dort etwas anderes, zeigte die
Oberfläche einen Schalter an, der nichts mit dem zu tun hat, was verschickt
wird. Die Linie: An heißt „betrifft mich", aus heißt „ist viel".
notifications ist über die API nicht beschreibbar (create/update/delete auf
null, in PocketBase „nur Superuser"). Gefüllt wird sie ausschließlich aus
den Hooks, die an den Regeln vorbeilaufen — sonst schriebe sich jeder selbst
Meldungen, oder anderen.
Warum das Verzeichnis eine Route braucht
Konten entstehen mit emailVisibility: false (teams.svelte.ts,
createMember). PocketBase gibt die E-Mail-Adresse damit nur ihrem Inhaber
heraus — in jedem users-Datensatz, den jemand anderes liest, ist das Feld
leer. Ein Verzeichnis ohne Adressen wäre aber eine Liste von Namen, in der
niemand ein Konto wiedererkennt.
Das Flag umzulegen wäre eine Zeile und zugleich ein Loch: users.listRule
gilt appweit (@request.auth.id != ""), jede angemeldete Person läse danach
jede Adresse — quer über alle Teams. Der Hook liest sie stattdessen
serverseitig und gibt sie nur dem heraus, der sie sehen darf.
superadmin wird dabei frisch aus der Datenbank gelesen und nicht aus dem
mitgeschickten Auth-Record: Der Token hält den Stand von der Anmeldung fest,
eine entzogene Rolle wirkte sonst bis zu seinem Ablauf nicht.
Wer darf ein Konto löschen?
Zwei, und sonst niemand — users.deleteRule (siehe
1757340000_users_superadmin_delete.js):
| Wer | Wo |
|---|---|
| Der Inhaber selbst | Einstellungen → Profil |
| Superadmin | Einstellungen → Benutzer |
Die Teamleitung ausdrücklich nicht. Sie verwaltet Fahrer und
Mitgliedschaften; im Kader gibt es dafür genau einen Eingriff an einer fremden
Person, „Zugang zum Team entziehen" (teams.removeMember). Der nimmt das Konto
aus teams.users/teams.admins — Fahrer, Teilnahmen und Zeiten bleiben
stehen. Sie sind die Geschichte des Teams und nicht die des Logins.
Ein Konto, das ein Team besitzt, lässt sich nicht löschen: teams.owner ist
eine Pflichtrelation ohne cascadeDelete, PocketBase müsste sie beim Löschen
leeren und bräche dabei den Datensatz. Beide Oberflächen prüfen das vorher und
sagen, welches Team im Weg steht — sonst stünde dort ein Datenbankfehler.
Warum überhaupt ein Hook? Wer über einen Link beitritt, ist noch nicht
angemeldet und muss drei Dinge auf einmal tun, die keine Collection-Regel
einzeln erlauben darf: ein Konto anlegen, sich in teams.users eintragen und
einen Fahrer anlegen. Ein Hook arbeitet an den Regeln vorbei und kann genau
diese Kombination erlauben — gegen einen gültigen Token und sonst nicht.
Zwei Fallstricke, an denen die erste Fassung scheiterte:
- Jeder Route-Handler läuft in einer eigenen JS-Laufzeit. Funktionen, die
in derselben Datei neben
routerAddstehen, sind im Handler nicht sichtbar (ReferenceError). Gemeinsamer Code gehört deshalb in ein Modul, das der Handler sich perrequire(`${__hooks}/…`)selbst holt. - Was
record.get()bei einer Mehrfach-Relation liefert, ist ein Go-Slice und kein JS-Array —indexOfund Konsorten sind darauf nicht verlässlich. Anhängen geht über den Modifierrecord.set('users+', id), Prüfen über einen Filter.
Datenpersistenz
Sämtliche Laufzeitdaten liegen in der SQLite-DB unter /pb/pb_data: Datensätze,
Uploads, die SMTP-Einstellungen und der Superuser. Ohne gemountetes Volume auf
diesem Pfad sind sie nach jedem Redeploy verloren.
Das Volume-Mapping ./pb_data:/pb/pb_data steht in der docker-compose.yaml,
damit die Persistenz-Konfiguration versioniert im Repo liegt.
Trügerisches Signal: Die Collections kommen aus der Migration und sind nach einem Redeploy auch dann da, wenn gar kein Volume existiert. Sie taugen nicht als Nachweis funktionierender Persistenz — das zeigt nur ein Datensatz, der in keiner Migration steht.
Mount prüfen:
docker inspect <container> --format '{{json .Mounts}}' | jq
Erscheint dort kein Eintrag mit "Destination": "/pb/pb_data", fehlt die Persistenz.
pb_data/ steht in .gitignore und gehört dort auch hin.
Superuser-Verhalten
entrypoint.sh ruft superuser create auf — bewusst nicht upsert.
Existiert der Account bereits, scheitert create mit „Value must be unique" und
das Passwort bleibt unangetastet. Eine im Admin-UI vorgenommene
Passwortänderung überlebt damit jeden Redeploy.
| Situation | Verhalten |
|---|---|
| Erster Start, Variablen gesetzt | Superuser wird angelegt |
| Neustart, Account existiert | „Superuser existiert bereits — Passwort bleibt unverändert" |
| Passwort im UI geändert, dann Neustart | UI-Passwort gilt weiter, Env wird ignoriert |
| Variablen nicht gesetzt | Übersprungen, PocketBase gibt Installer-Link im Log aus |
| Passwort zu kurz (< 8 Zeichen) | Container bricht mit Exitcode 1 ab |
Passwort später ändern: im Admin-UI, nicht über die Env — eine Änderung der Env-Variable hat keine Wirkung mehr, sobald der Account existiert.
PocketBase aktualisieren
Die Version ist über das Build-Arg PB_VERSION gepinnt (Dockerfile und
docker-compose.yaml). Wert hochsetzen, committen, neu bauen.
Ein latest gibt es bewusst nicht: Der GitHub-Asset heißt
pocketbase_<version>_linux_amd64.zip, enthält die Version also im Dateinamen.
Der Pin ist auch gewollt — sonst zieht jeder Rebuild unangekündigt eine neue
Version, inklusive möglicher DB-Schema-Migrationen.
Vor einem Update: Changelog prüfen
(https://github.com/pocketbase/pocketbase/releases) und pb_data sichern —
PocketBase migriert die DB beim Start automatisch, ein Downgrade ist danach
nicht mehr ohne Weiteres möglich.